Forschungsprojekt: Psychosoziale Auswirkungen auf Palästinenser*innen und Jüdinnen und Juden in Deutschland nach dem 7. Oktober und dem Gaza-Krieg

Mohammed Arfan Ashmawi und Sophie Orentlikher, er palästinensisch, sie jüdisch, sind Studierende der Katholischen Hochschule in Aachen. Im Rahmen ihres Masters der klinisch- therapeutischen Sozialen Arbeit haben sie es sich als Aufgabe gemacht Aufmerksamkeit zu schaffen für die Betroffenheiten von in Deutschland lebenden Menschen in Bezug auf die Geschehnisse in Israel und Palästina der letzten zwei Jahre. So stellten sie sich die Fragen, welche psychosoziale Auswirkungen der 7. Oktober und der Krieg in Gaza auf Jüdinnen und Juden und Palästinenser*innen in Deutschland habe, inwiefern die generationsübergreifende Weitergabe von Trauma ihr Leben im Hier und Jetzt beeinflusse und welche Rolle die deutsche Dominanzgesellschaft in der Verarbeitung von Schmerz spiele. Ihr Forschungsprojekt widmete sie ebendiesen Überlegungen. Durch biografische Tiefeninterviews mit 15 jüdischen und 15 palästinensischen Personen wurde den Proband:innen eine Plattform gegeben, ihre Erfahrungen, ihren Schmerz und ihre Geschichte zu erzählen. Der Ansatz ist emanzipatorischer Natur- statt, dass über Betroffene gesprochen wird, werden ihre Stimmen hörbar gemacht. Selektives Hinschauen und Beleuchten dessen, was in Israel und Palästina passiert ist nicht erst seit dem 7. Oktober ein gesamtgesellschaftliches Problem, welches sich bis in akademische und wissenschaftliche Räume zieht. Dieses Projekt möchte dem etwas entgegensetzen und ohne gleichzusetzen unterschiedliche Fälle in Beziehung miteinander bringen, sowie die vermeintliche Binarität aufzubrechen, da die jüdische und palästinensische Diaspora und Gemeinschaft sehr heterogen ist. 

Im Zuge der Datenauswertung werden Handlungsanweisungen für die Soziale Arbeit und das Versorgungssystem formuliert. Denn die Forschung verdeutlicht, dass in einem Einwanderungsland wie Deutschland transnationale Konflikte auch hier ausgetragen werden und Wunden hinterlassen.